Am 20. Januar starb eine Musiklegende. „Sie atmete den Soul. Wenn Etta James sang, kribbelte und brannte es“, schreibt Jonathan Fischer in seinem Nachruf auf Süddeutsche.de. „The Dreamer“ heißt das aktuelle Album der Künstlerin, das die Nachwelt jetzt nur noch posthum bewegen und begeistern kann.
Mehr als ein halbes Jahrhundert lang war Etta James die beispielhafteste und sagenumwobenste Rhythm & Blues-Sängerin. In ihrer Stimme lagen Freude und Leid ungefiltert und mitreißend wie bei kaum einer anderen. „The Dreamer”, das Album das nun ihr letztes bleibt, ist das erste das sie nach fünf Jahren Studioabstinenz aufnahm. Seit 2008 litt James an Alzheimer und Anfang 2011 wurde bei ihr zusätzlich Leukämie diagnostiziert. Trotzdem bleiben ihre Stimme und emotionale Präsenz auf „The Dreamer“ nicht hinter früheren Meisterwerken zurück Zu hören sind auf dem Album unter anderem einzigartige Interpretationen von Otis Reddings "Cigarettes and Coffee", Ray Charles' "In The Evening" und sogar Guns N' Roses' "Welcome To The Jungle".
In ihrer Karriere wurde Etta James u.a. mit sechs Grammys und siebzehn Blues Music Awards ausgezeichnet. Außerdem sicherte sie sich schon zu Lebzeiten Plätze in der Rock & Roll Hall of Fame (1993), der Blues Hall of Fame (2001) und der Grammy Hall of Fame (1999 und 2008). Ein Teil ihrer Lebensgeschichte wurde 2008 in dem Film “Cadillac Records” erzählt. Verkörpert wurde Etta James damals von niemand Geringerem als Beyoncé Knowles!
Nun fiel Etta James 73-jährig im kalifornischen Riverside einer Lungenentzündung zum Opfer. Ganz sicher werden ihre bewegenden Songs ein fester Bestandteil unserer Musikkultur bleiben.











